Motzkuh

Motzkuh

Eigentlich bin ich ein optimistischer Mensch mit positiven Gedanken, fröhlichem Gemüt und einem Lächeln auf den Lippen. Doch an manchen Tagen wundere ich mich einfach nur über meine Mitmenschen, die sich in meinem Viertel wie rücksichtslose, ungebildete, intolerante Idioten verhalten. Da werde ich gleich mal zur Motzkuh und frage mich:

Warum halten sie sich nicht an die Maskenpflicht?
Warum pinkeln sie in die Innenhöfe von Anwohnern?
Warum fehlt ihnen der Respekt vor ihren Mitmenschen?
Alle, die sich jetzt angesprochen fühlen – ich verstehe euch nicht!

Ich mag nicht verarscht werden

Manchmal mag es Gedankenlosigkeit sein, das möchte ich an der Stelle nicht verurteilen. Doch wenn ich merke, dass etwas absichtlich auf Kosten anderer gemacht wird, dann ärgere ich mich doch ziemlich.

Rücksichtslosigkeit auf der Straße

Wie oft fährt ein Auto bereits blinkend an mir vorbei, um sich ganz vorne vor alle anderen noch auf die Rechtsabbiegerspur zu quetschen. Entschuldigung, aber woher nehmen sich solche Personen das Recht, alle anderen zu verarschen. Hat er oder sie es eiliger? Denkt er oder sie, dass die anderen nicht vorankommen wollen, dass wir gerne warten?

Je mehr es machen, desto weniger fällt es auf

Je mehr Lastenräder im Affenzahn um die Ecke heizen, je mehr E-Roller – am besten noch mit zwei Personen – auf den Gehwegen düsen und je mehr Menschen einfach mal bei rot über die Straße gehen, desto normaler wird es für uns alle. Aber wo sind die Vorbilder, die sich an die Regeln halten und nicht jedes Risiko eingehen, weil es praktischer, günstiger oder schneller ist? Ich stehe übrigens auch nicht gerne an roten Ampeln und warte.

Lärmbelästigung

Es ist mir ein Rätsel, dass es Menschen gibt, die mit einer laut knatternden Karre durch enge Straßen donnern um Aufmerksamkeit zu wecken. Wenn ich bedenke, dass in so einem Gefährt eine Person sitzt, die tausende andere belästigt, kommt die Motzkuh in mir zum Vorschein. Laute Autos haben in Städten in meinen Augen nichts zu suchen! Genauso wie der durchdringende Schall von Motorrädern, die mich hier regelmäßig nachts aus dem Schlaf reißen. Ab auf die Route 66 mit euch!

Lasst uns feiern

Wir lieben es, mitten in der Stadt zu leben. Doch die steigende Anzahl an rücksichtslosen Menschen macht mich wütend! Bis in die Nacht wird auf dem Platz bei uns ums Eck gefeiert, bis die Polizei kommt. Ich finde es toll, wenn sich Freunde treffen, mit Musik, Getränken, guter Laune. Doch wenn das ganze mitten in einem Wohngebiet stattfindet und bis in die Morgenstunden geht, frage ich mich, wo der Respekt vor den Mitmenschen geblieben ist.

Ohne Grenze und Scham

Der Wochenmarkt in unserem Viertel, der freitags stattfindet, musste vorübergehend auf einen anderen Tag verschoben werden. Immer mehr Menschen haben sich hier getroffen, um in ein entspanntes Wochenende zu starten. Zu oft haben sie jedoch die Grenze überschritten: Scherben und Müll sammelten sich, der Lärm nahm zu und die Besucher pinkelten einfach irgendwo hin – an Straßenlaternen, in Innenhöfe (oft auch in unseren), an Hauswände – mitten in der Stadt! Es störte sie nicht mal, dass dort andere Passanten waren oder Anwohner schimpften. Ich bin also nicht die einzige Motzkuh!

Zu viele Egoisten

Zu Corona Zeiten merke ich noch mehr als sonst, wie wie viele unsensible Personen es gibt. Es fällt ihnen schwer, sich an Regeln oder Empfehlungen zu halten. Sie schaffen es nicht, Distanz zu halten. So, wie sie sich nicht in die Ängste anderer versetzen können und deren Sorgfalt und Pflichtgefühl akzeptieren wollen.

Fühlen sich manche Menschen wirklich in ihrer Freiheit beraubt, weil sie einen Mund-Nasenschutz tragen – obwohl es sie selbst schützt? Wäre es unmenschlich, diese Personen ans Ende der Warteliste zu setzen, wenn sie doch mal mit Corona ins Krankenhaus kommen würden?

Vorbilder mit Werten

Wenn ich mir ansehe, wie so mancher Präsident oder Manager an die Spitze gekommen ist, bin ich mir sicher, dass diese Person nicht mit ruhigem Gewissen ins Bett gehen kann. Auf Kosten anderer Millionen zu machen oder eine Wahl zu gewinnen, ist leider nichts außergewöhnliches mehr. Erschreckend finde ich allerdings, dass es den Gewinnern noch nicht mal peinlich oder unangenehm ist.

Respekt

Wo Vorbilder an der Spitze fehlen, ist es schwer Fairness und Rücksicht von den kleinen Fischen zu verlangen. Wie gerne hätte ich mal wieder eine Person in der Politik, die ich aus voller Überzeugung wählen möchte. Jemand der Fairness, Zuverlässigkeit und Toleranz vorlebt und RESPEKT ganz groß schreibt. Ein Mensch, der mit klarem Verstand handelt und der offensichtliche (Umwelt-) Probleme ernst nimmt.

So, genug gemotzt. Ich wollte euch nicht runterziehen, aber manchmal muss ich mich auch mal aufregen. Damit es euch schnell wieder besser geht, lade ich euch direkt zu meinem Artikel Glück ein.
Eure Motzkuh Nicki

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